Loslassen –
Setz dich an einen Bach und sei einfach da.
Das Lied des Wassers wird deine Sorgen
aufnehmen und sie hinab zum Meer tragen.

(Marcel Proust, 1871-1922)

klassische Geburtstags-Gedichte - gemeinfrei

Schöne Gedichte zum Geburtstag. Bekannte und unbekannte klassische Geburtstagsgedichte und Sprüche für Geburtstagswünsche.

Gedicht des Monats, rote Schrift auf weissem Hintergrund

Was ich still im Herzen trage

Was ich still im Herzen trage,
Wie ein reiner, milder Stern,
Nicht mit Armen kann ich's fassen
Mir so nah - und doch so fern!

Was ich still im Herzen trage,
Wie ein süßes Traumgebild,
Nur die Seele darf es lieben,
Sie umschweben traut und mild!

Was ich still im Herzen trage,
Quelle süßer Qual und Lust,
Nicht die Lippe wird es nennen,
Still verglüh'n in tiefster Brust!

(Margarethe Pilgram-Diehl, 1817-1875)

S P R U C H - Z I T A T
Siehe, ich lebe. Woraus? Weder Kindheit noch Zukunft werden weniger …Überzähliges Dasein entspringt mir im Herzen.

(Rainer Maria Rilke, 1875-1926)

An meine Mutter

Ich wünsche dir alles Gute,
Und wünsche dir alles Glück!
Des Schicksals eiserne Rute,
Sie weiche vor dir zurück!

Ich wünsche dir schöne Träume,
Und schönere Wirklichkeit,
Und üppige Blütenbäume
Und stete Fröhlichkeit.

Ich wünsche dir ein Jahrhundert,
Und Frische der Jugend dabei,
Damit sich ein jeder verwundert,
Wie rüstig die Edle sei!

Doch was für mich ersehne,
Das ratest du alsobald:
Mein Ohr vernehme deine Töne,
So lang' ihm noch etwas schallt!

So lange es fähig zu hören!
Mein Auge, so lange es sieht
Sie mögen dich sehen und hören!
Mein Herz, das für dich erglüht!

Es möge dich wonniglich fühlen,
Bevor es von hinnen zieht!
Dann scheid' ich mit Dankesgefühlen
Mit einem zufriedenen Lied!

(Friederike Kempner, 1818-1904, deutsche Dichterin)

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Bild-Text:

Dem schönen Tag sei es geschrieben!
Oft glänze dir sein heiteres Licht.
Uns hörtest du nicht auf zu lieben
doch bitten wir: Vergiss uns nicht!.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)

Ich wünsche, dass dein Glück

Ich wünsche, dass dein Glück
sich jeden Tag erneue,
Dass eine gute Tat
dich jede Stund' erfreue!

Und wenn nicht eine Tat,
so doch ein gutes Wort,
Das selbst unsterblich wirkt
zu guten Taten fort.

Und wenn kein Wort,
doch ein Gedanke schön und wahr,
Der dir die Seele mach'
und rings die Schöpfung klar.

(Friedrich Rückert, 1788-1866, deutscher Dichter)

S P R U C H kurz
Das Glück geteilt mit Freunden, ist uns doppelt süss.

(Euripides, 480-407 v.Chr.)

Herzenswunsch

Nicht aus des Herzens blossem Wunsche keimt
Des Glückes schöne Götterpflanze auf.
Der Mensch soll mit der Mühe Pflugschar sich
Des Schicksals harten Boden öffnen, soll
Des Glückes Erntetag sich selbst bereiten
Und Taten in die off'nen Furchen streu'n,
Er soll mit etwas den Genuss erkaufen,
Wär's auch mit des Genusses Sehnsucht nur.

(Heinrich von Kleist, 1777-1811, deutscher Dramatiker, Novellist)

S P R U C H - Z I T A T
Der Jugend fliegt alles zu, die Liebe, das Glück; je älter wir werden, desto weniger gehen unsere Wünsche in Erfüllung; vielleicht darum, weil wir alsdann anfangen, das Vernünftige zu wollen.

(Johann Jakob Mohr, 1824-1886)

Ratschlag

Mein Sohn, hast Du
allhier auf Erden
Dir vorgenommen, was zu werden,
sei nicht zu keck, und denkst Du,
sei ein stiller Denker.
Nicht leicht befördert wird der Stänker.

Mit Demut salbe Deinen Rücken,
voll Ehrfurcht hast Du Dich zu bücken,
musst heucheln,
schmeicheln,
musst Dich fügen;
denn selbstverständlich nur durch Lügen
kommst Du vom Fleck.

Oh tu's mit Eifer, tu's geduldig,
bedenk, was Du Dir selber schuldig.
Das Gönnerherz wird sich erweichen,
und wohlverdient wirst Du erreichen
den guten Zweck.

(Wilhelm Busch, 1832-1908, deutscher humoristischer Dichter)

Was Leben ist

Du hast mich erst gelehrt, was Leben ist!
Ich fror: jetzt stehe ich in Flammen.
Das Glück, das mir durch dich gegeben ist,
schlägt wie ein Feuer über mir zusammen.

Im Glück und Weh der allzu starken Glut
packt mich die Angst, sie könnte mich verlassen -
denn meine Hände können sie nicht fassen,
so wie mein Herz es tut.

(Leonie Spitzer, 1891-1940)

S P R U C H - Z I T A T
Man liebt nicht nur etwas, weil es schön ist, sondern es wird auch schön, weil man es liebt.

(Robert Musil, 1880-1942)

Der Morgenkuss

Durch eine ganze Nacht sich nah zu sein,
So Hand in Hand, so Arm im Arme weilen,
So viel empfinden, ohne mitzuteilen,
Ist eine wonnevolle Pein.
So immer Seelenblick im Seelenblick
Auch den geheimsten Wunsch des Herzens sehen,
So wenig sprechen und sich doch verstehen,
Ist hohes, martervolles Glück.
Zum Lohn für die im Zwang verschwundne Zeit
Dann bei dem Morgenstrahl, warm, mit Entzücken
Sich Mund an Mund, und Herz an Herz sich drücken –
O dies ist – Engelseligkeit!

(Gabriele von Baumberg, 1768-1829, österreichische Dichterin)

S P R U C H - Z I T A T
Was uns am Unmittelbarsten beglückt, ist die Heiterkeit des Sinnes, denn diese gute Eigenschaft belohnt sich augenblicklich selbst. Wer fröhlich ist, hat allemal Ursach', es zu sein: Nämlich eben diese, dass er es ist. Nichts kann so sehr wie diese Eigenschaft jedes andere gut vollkommen ersetzen, während sie selbst durch nichts zu ersetzen ist.

(Arthur Schopenhauer, 1788-1860)

Das Lied der Vögel

Wir Vögel haben's wahrlich gut,
Wir fliegen, hüpfen, singen.
Wir singen frisch und wohlgemut,
Das Wald und Feld erklingen.

Wir sind gesund und sorgenfrei,
Und finden, was uns schmecket;
Wohin wir fliegen, wo's auch sei,
Ist unser Tisch gedecket.

Ist unser Tagewerk vollbracht,
Dann zieh'n wir in die Bäume,
Wir ruhen still und sanft die Nacht
Und haben süße Träume.

Und weckt uns früh der Sonnenschein,
Dann schwingen wir's Gefieder,
Wir fliegen in die Welt hinein
Und singen unsre Lieder.

(Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874, deutscher Hochschullehrer)

S P R U C H - Z I T A T
Es gibt Menschen, die sind Lieder.

(Christian Friedrich Hebbel, 1813-1863)

Dankbarkeit

Dem schönen Tag sei es geschrieben!
Oft glänze dir sein heiteres Licht.
Uns hörtest du nicht auf zu lieben
doch bitten wir: Vergiss uns nicht!

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, deutscher Dichter)

S P R U C H - Z I T A T
Der Geist ist die Kraft, jedes Zeitliche ideal aufzufassen.

(Jacob Burckhardt, 1818-1897)

Zum Geburtstag

Geniesse still zufrieden
den sonnig heitren Tag.
Du weisst nicht, ob hienieden
ein gleicher kommen mag.

Es gibt so trübe Zeiten,
da wird das Herz uns schwer,
dann wogt von allen Seiten
um uns ein Nebelmeer.

Da wüchse tief im Innern
die Finsternis mit Macht,
ging nicht ein süss Erinnern
als Mondlicht durch die Nacht.

(Julius Sturm, 1816-1896, deutscher Dichter)

S P R U C H kurz
Reine Liebe dehnt das Herz.

(Victor Marie Hugo, 1802-1885)

Unaussprechliches

Die Vogelkehlen, die in Farben brennen,
Sind nur ein Gruß vom reichen Tropenland;
Die Muschel läßt dich ahnen nur, nicht kennen
Die Wunderwelt am fernen Meeresstrand.

Der Veilchenstrauß, den sie dir duftend brachten,
Verkündet nimmermehr den Frühling ganz;
Die Rosenbüsche, die in Glut erwachten,
Erschließen nicht des Sommers vollen Glanz.

Und wenn im Lied, umsprüht von Geistesfunken,
Des Wohllauts Welle labend dich umspült,
So hast du doch den Tropfen nur getrunken
Vom ew'gen Born, der Dichterlippen kühlt.

Ein Blick, ein Händedruck läßt dich erraten,
Daß du die Freude eines Herzens bist,
Doch nicht ein Leben treu vollführter Thaten
Kann ganz dir sagen, was die Liebe ist!

(Josephine Freiin von Knorr, 1827-1908, österreichische Dichterin und Übersetzerin)

Z I T A T
Der Jugend fliegt alles zu, die Liebe, das Glück; je älter wir werden, desto weniger gehen unsere Wünsche in Erfüllung; vielleicht darum, weil wir alsdann anfangen, das Vernünftige zu wollen.

(Johann Jakob Mohr, 1824-1886)

Ich lieb ein pulsierendes Leben

Ich lieb ein pulsierendes Leben,
das prickelt und schwellet und quillt,
ein ewiges Senken und Heben,
ein Sehnen, das niemals sich stillt.

Ein stetiges Wogen und Wagen
auf schwanker, gefährlicher Bahn,
von den Wellen des Glückes getragen
im leichten, gebrechlichen Kahn ....

Und senkt einst die Göttin die Waage,
zerreißt sie, was mild sie gewebt, –
ich schließe die Augen und sage:
Ich habe geliebt und gelebt!

(Rainer Maria Rilke, 1875-1926, österreichischer Erzähler und Lyriker)

S P R U C H
Das Glück geteilt mit Freunden, ist uns doppelt süss.

(Euripides, 480-407 v.Chr.)

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