Lied am Geburtstage

Liebeslieder und Hymnen von bekannten und weniger bekannten Autoren und aus unterschiedlichen Epochen.

Lied am Geburtstage

Dir dank ich heute für mein Leben:
Am Tage, da du mirs gegeben,
Dank ich dir, Gott, dafür.
Durch freie Gnad allein bewogen,
Hast du mich aus dem Nichts gezogen;
Durch deine Güte bin ich hier.

Du hast mich wunderbar bereitet,
An deiner Rechten mich geleitet
Bis diesen Augenblick:
Du gabst mir tausend frohe Tage,
Verwandeltest selbst meine Klage
Und meine Leiden in mein Glück.

Ich bin der Treue zu geringe,
Mit der du, Herrscher aller Dinge,
Stets über mich gewacht.
O Gott, damit ich glücklich werde,
Hast du an mich, mich Staub und Erde,
Von Ewigkeit her schon gedacht!

Du sahst und hörtest schon mein Sehnen
Und zähltest alle meine Tränen,
Eh ich bereitet war;
Und wogst, eh ich zu sein begonnte,
Eh ich zu dir noch rufen konnte,
Mir mein bescheiden Teil schon dar.

Du liesst mich Gnade vor dir finden
Und sahst doch alle meine Sünden
Vorher von Ewigkeit.
O welche Liebe! welch Erbarmen!
Der Herr der Welt sorgt für mich Armen
Und ist ein Vater, der verzeiht.

Für alle Wunder deiner Treue,
Für alles, dessen ich mich freue,
Lobsinget dir mein Geist.
Er selber ist dein grösst Geschenke;
Dein ists, dass ich durch ihn mich denke,
Und dein, dass er dich heute preist.

Dass du mein Leben mir gefristet,
Mit Stärk und Kraft mich ausgerüstet,
Dies, Vater, dank ich dir;

Soll ich, o Gott! noch länger leben:
So wirst du, was mir gut ist, geben;
Du gibsts, ich hoff auf dich.
Dir, Gott, befehl ich Leib und Seele,
Der Herr, Herr, dem ich sie befehle,
Der segne und behüte mich!

(Christian Fürchtegott Gellert 1715-1769, deutscher Schriftsteller)

Lied

Du bist wie eine Blume,
So hold und schön und rein;
Ich schau dich an, und Wehmut
Schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände
Aufs Haupt dir legen sollt,
Betend, dass Gott dich erhalte
So rein und schön und hold.

(Heinrich Heine 1797-1856, deutscher Dichter)

Liebesklänge

Ich brach nur eine Rose für deine Brust -
da hast du meine ganze Liebe gewußt.

Du gabst mir deine gütig große Hand -
da wußt ich tief, daß mich dein Herz verstand.

Erde und Himmel will ich lassen;
will nur den Saum von deinem Kleide fassen.

In dein Nachtgewand will ich mich schmiegen;
deine Brust soll mich in Schlummer wiegen.
Der Himmel uns zu Häupten wird erglänzen
und deinen Schlaf mit Sternenträumen kränzen:
Heiliges Bild der Liebe ohne Granzen!

Ich hob den Blick zu dir; du neigtest dich -:
und Träume fielen selig über mich.

Ich schauerte in heimlichem Erwarten;
die ganze Nacht wußt ich mit mir im Bunde;
in der Himmelskuppel in seliger Ferne
summte still das heilige Feuer der Sterne.
Dein Lichtgewand durchschwebte leis den Garten -:
Dann kam eine tiefe, nie erträumte Stunde . . .

Ich will mich auf dich niederneigen
und all mein Glück nun hüllenlos
in deinen jugendschlanken Schoß,
in deine tiefste Seele schweigen - -

O komm, lieg her und sieh mich an -:
Nun ist der ganze Himmel aufgetan!

(Max Bruns 1876-1945, deutscher Verleger, Übersetzer, Dichter)

Liebeshymne

Der Schimmer, der von deinem Mund ausgeht,
Ist wie ein Frühlingswunder. Eh der Wind
Der Dämmrung anhebt, lugt er nach dir aus,

Zu wissen, wie dir's geht. Durch deine Schönheit
Verwandelt sich das Wesen der Natur:
Das Angesicht, in das der Schmerz sich grub,

Beginnt zu lächeln, wenn du es betrachtest
Wo du erscheinst, das glänzt die Finsternis
Der Nächte wie ein Morgenrot empor.

Das aufgeregte Wesen der Verliebten
Beruhigt sich, sobald du ihnen nahst, -
Sie beugen sich vor deiner Himmelsschönheit.

Du darfst dich messen mit der Kunst der Dichtung;
Du bildest keine Verse, - aber dennoch
Bist du so dichterisch wie sonst nichts mehr.

Du bist uns ein Beweis dafür, dass Liebe
So rein ist wie die Seele in den Blumen;
Wenn du dahingehst in der Keuschheit Glanz,

So neigen sich die Stirnen tief vor dir,
Wie vor der Himmelsgöttin. Strahlende,
Du bist so schön, dass man behaupten möchte,

Aus lauter Seele sei dein Leib gemacht.
Der Regen weicht, die Wolken schwinden hin,
Die Frühlingssonne schüttet ihren Glanz

Auf alle blühenden Horizonte aus,
Und in den Blumen wird ein Lächeln wach, -
Und dieses Lächeln: das bist du, Geliebte!

(Tewfik Fikret Bey, 19.Jh; Nachdichtung: Hans Bethge)

Quelle: deutsche-liebeslyrik.de

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