Schöne Geburtstags-Gedichte

Moderne und bekannte Geburtstagsgedichte und Sprüche. Ob lyrisch oder in klassischer Versform. Passen für jeden Geburtstag.

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Streifzüge

Streifzüge durch Wörter und Tage, Gratwanderungen,
und doch immer wieder ankommen im Leuchtenden,
im Hier, in bleibender Zeit, in Wörtern, die nicht müde
werden in der Stille ein Licht zum Rauschen zu bringen.

(© Jo M. Wysser)

Man liebt nicht nur etwas, weil es schön ist, sondern es wird auch schön, weil man es liebt.

(Robert Musil, 1880-1942)

Herzlich lachen

Herzlich lachen
auch Stilles machen,
im älter werden weit und frei sein,
in einem Ja und Nein der Welt
die Hände reichen
und Hände halten,
die nicht weichen.

(© Monika Minder)

Die Blumen des Himmels leuchten dir jeden Weg.

(© Beat Jan)

Morgenständchen

Steh auf, mein Lieb! Die Sonne
Ging auf und möchte küssen deine Wangen.
Die Gartenblumen prangen,
Alles ist Duft und Wonne.

(Cesare Rossi 1852-1927, 1. Strophe)

übersetzt von Paul Heyse 1830-1914.

Die Kraft des Menschen ist das einzige wahre Fundament seines Glückes. […].

(Johann Heinrich Pestalozzi, 1746-1827)

Sieben Leben möchte ich dir schenken

Was ich dir schenken möchte,
sieben Leben, wie's die Katzen haben:
Eines ganz im Milden,
das andere für das Wilde.
Eines ganz dem Geiste,
und das andere für das Dreiste.
Eines, um am Meer zu liegen,
nackt sich mit den Wellen wiegen.
Eines nur alleine für dein Herz,
und das andere für die Natur
mit seinem Schmerz.

Sieben Leben und noch viele mehr,
das wünsch' ich dir so sehr.
Denn auf dieser Lebensleiter
begleitet dich ein Zauber immer weiter.

(© Monika Minder)

Wenn Du keine Uhr mehr brauchst, beginnt der Sinn des Lebens.

(© Prof. Dr. Matthias Scharlach)

aus dem Buch: Lust kommt vor Vernunft. Hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung.

Die Wunderrrose

Die Rose, die du mir gegeben,
Sie blühte lang an meiner Brust,
Und hat es nicht gewusst
Was ihr verlieh dies tiefe Leben.

Dass nichts als Staub von ihr verbliebe,
Wär' sie in Stunden fortgerafft;
Sie sog durch Tage Daseinskraft
Aus deiner Liebe!

(Emil Claar, 1842-1930, österreichischer Theaterschauspieler)


Margerite in lila

© Bild Monika Minder, darf für private Zwecke (Karten, Mails) gratis genutzt werden. > Nutzung Bilder

Bild-Text

Wie Regenbogen
mal ich dir
Bilder
bunt
in deine Seele
mit Punkten
voller Glück.

(© Monika Minder)

> mehr moderne Geburtstagsgedichte

Das Licht wird heller

Das Licht wird heller,
eine Ahnung von
Schmetterlingsgeflüster
liegt im neuen Tag.
Farben brauchen Zeit,
wie das Alphabet des Jahres.
Frühlingsduft ist mein Gebet.

(© Beat Jan)

Die Kraft des Menschen ist das einzige wahre Fundament seines Glückes. […].

(Johann Heinrich Pestalozzi, 1746-1827)

Zart und stark

Du trägst dein Lieblingskleid,
die Farbe sagt: ich lebe!
Zuweilen ist viel Leid,
das sagt: es werde!

Du trägst ein Zauber im Gesicht,
er wird noch lange leuchten.
So zart und stark ist dieses Licht,
aus einer Hand, die sagt:
ich liebe dich!

(© Monika Minder)

Zuversicht und Mut lassen Träume sorglos in ein Morgen fallen.

(© Jo M. Wysser)

Das Jahr

Das Jahr, das abwärts muss,
wie am Abend die Sonne,
weil über die Schwelle
nähert sich bereits das Neue,
das mit uns zu einem neuen Anfang
aufstehen möchte, wo der Kalender
in seiner Jungfräulichkeit wartet.

(© Hanna Schnyders)





Siehe deine Jugend an und siehe dein Alter an, was findest du bleibend in dir, worin findest du dein Ich? Phantasie und Verstand, Gefühl und Empfindung sind wandelbar, heute so und morgen anders, schäle sie ab von deinem Sein, was bleibt dir als die Sehnsucht, als die Ahnung der Liebe.

(Friedrich Christoph Perthes, 1772-1843)

Wir kennen die Zahlen unserer Jahre

Man muss nicht aus dem Hause gehen
um Welt zu erkennen.
Jede Blüte kannst du blühen sehen
und ihren Tod benennen.
Wir kennen die Zahlen unserer Jahre,
wir haben sie erfunden,
doch dazwischen lebt das Wahre,
das hat uns zu verwunden.

(© Monika Minder)


Margerite in türiks

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Bild-Text

Nur halten sich
für einen Augenblick
nur nahe wissen sich
im kleinen Glück.

(© Monika Minder)

Erinnerungen

Erinnerungen wachsen,
Wünsche erhalten einen Hauch
von Leichtigkeit, wie alles,
was wir gehen lassen..

(© Beat Jan)

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Rechte Jugend wird niemals alt, wer so hell und kühn ins Leben schaut, bleibt auch sein Meister immerdar. Denn das Leben ist ja doch ein wechselndes Morgenrot, die Ahnungen und Geheimnisse werden mit jedem Schritt nur grösser und ernster.

(Joseph von Eichendorff, 1788-1857)

Dein Herz soll glücklich werden

Im neuen Lebensjahr
möge dein Herz glücklich werden.
Liebevoll soll jeder Tag
dir Wert und Farbe geben.
So wie die Blumen sich im Frühling
auf und ab vermählen,
so wünsch ich dir viel Sonne,
die stets dein Herz erwärme.

(© Monika Minder)

Was war, was ist, was wird,
Leben ist vor allem hier.

(© Monika Minder)

Rückblick

Und so sind sie hingeschwunden,
Jahre, voll von Leid und Glück,
Tief im Innersten empfunden –
Lächelnd schau ich jetzt zurück.

Jugendgärung ist vorüber,
Fühle Ruhe, fühle Kraft;
Doch die Unruh' war mir lieber,
Die nur einzig zeugt und schafft!

(Eduard von Bauernfeld 1802-1890, österreichischer Jurist, Dramatiker und Hausdichter des Burgtheaters)

Glück sammeln, wo wir fliessen, weil nichts beständig ist.

(© Monika Minder)

Das rechte Wort

Wie gaben wir uns süsse Namen,
Und nimmer war's das rechte Wort!
Beklemmten Herzens, wie wir kamen,
Schied jedes vom geliebten Ort.

Wie selig wir in Liebe waren
Wie eins das andere entzückt
Wir konnten's uns nicht offenbaren
Und, ach! wie hat uns das gedrückt!

Nun wechseln wir in trauten Stunden
Die Laute nur zum Ueberfluss;
Verstanden sind wir und verbunden,
Seit ich gewagt - den ersten Kuss.

Da schlug das innerste Entzücken
Hinüber wie ein Liebesblitz!
So leicht, so süss war auszudrücken,
Was über aller Worte Witz.

Und grüsst' ich dich nach langen Jahren,
Ich wär' mit Reden bald am Schluss.
Was ich gelitten und erfahren,
Dir sagte Alles - Kuss auf Kuss.

(Andreas Wilhelm von Wittorff, 1813-1886, deutscher Dichter)

Weise werden nicht alt, Glück lebt von Inhalt.

(© Monika Minder)





Neues Leben

Es bringt der Tag dir neues Leben,
nichts wird sein, wie es war.
Die Jahre haben dir fürwahr
schon jede Menge gegeben.
Im Leid viel Wanken
und düstre Tage,
doch auch Glück
so ohne Sorgen.

Es täuscht der Gedanke
Leben sei nur vage,
vertan und verloren in der Ewigkeit.
Ist nicht gerade die Erinnerung
ein Stück gegenwärtige Lebendigkeit?

(© Monika Minder)

Die Lieb' ist eine Blume, im Paradies erblüht,- Ein lichter Traum, der wonnig das Menschenherz durchglüht.

(Victor Ludwig Eduard von Cambecq, 1833-1854)

Wär ich

Wär' ich am Zweig die reife Frucht,
Die dorten leuchtet, sanft und still;
Die Deinen Blick zu fesseln sucht,
Und Dir am Munde sterben will.

Wär' ich die Rose dort im Laub,
Die über Deinem Lager glüht,
Und, nach der flücht'gen Wonne Raub,
Selig am Busen Dir verblüht.

(Unbekanner irischer Dichter, ende 17. Jh.)

übersetzt von Julius Rodenberg 1831-1914; hier gefunden.

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Gedichte an ein Kind (Tochter, Sohn...)

Für mein Kind

Liebes Kind, es kommt die Welt
und öffnet dir die Türen.
Sie wird mit Sonne und mit Schatten winken
und dich ganz sanft verführen.

Was deiner Seele schmeckt und du musst trinken,
das kann ich nicht mehr führen.
Doch was ich dir kann geben für die neue Zeit,
das darf ich ruhig sagen;
Es gibt ein Lieben und ein Irren, und das ist wirklich weit
Doch alles will im Glück und Schmerz dich immer weitertragen.
Das ist nun mal die Welt
sie stellt die Fragen.

(© Monika Minder)


Margerite in türkis

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Bild-Text

Man ist immer glücklich, wenn man Kräfte in sich selbst findet, die man sich selbst nicht zutraut.

(Johann Georg Zimmermann, 1728-1795)

Ich bin

Ich bin, ist das nicht Dank genug?
Ich war
Ich werde
Egge und Pflug
Ich darf ihn selber führen
Ist das nicht Dank genug?

(© Monika Minder)

Glück am Himmel, eine Hand am Weg - alles ist möglich.

(© Monika Minder)

Es gibt so flaue Tage

Es gibt so flaue Tage,
man denkt daran, wie's war,
und wie man hätte sein wollen.

Waren da nicht auch Tage,
die nur den Schein wollten?

Es gibt so flaue Fragen,
doch ist es nie zu spät
zu werden, wie man
werden wollte
oder gern
gewesen
wär.

(© Monika Minder)

Du darfst

Du darfst Sehnsüchte haben
und Träume.

Du darfst Nein sagen
und Zeit versäumen.

Du darfst Liebe leben
und dein Leben lieben.

Du darst traurig sein
und dich zurückziehen.

Du darfst wütend sein
und zornig.

Du darfst Witze machen
und in der Nase bohren.

Du darfst Fehler machen
und andere Sachen.

Du darfst deine Wünsche leben
und deine Träume.

Du darfst dir treu bleiben
und deinen Weg gehen.

(© Monika Minder)

Unfassbar ewig

Unfassbar ewig ist das Leben
Und doch zerbrechlich
Dir singen noch die Sterne
Und Frühling wiegt in deine Seele.

(© Monika Minder)

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Bekannte & klassische Geburtstags- Gedichte

Sieh nicht, was andre tun

Sieh nicht, was andre tun,
der andern sind so viel,
du kommst nur in ein Spiel,
das nimmermehr wird ruhn.
Geh einfach Gottes Pfad,
lass nichts sonst Führer sein,
so gehst du recht und grad,
und gingst du ganz allein.

(Christian Morgenstern 1871-1914, deutscher Dichter)

Glück ist ein Duft, den niemand verströmen kann, ohne selbst eine Brise abzubekommen.

(Ralph Waldo Emerson, 1803-1882)

Wert der Zeit

Nie stille steht die Zeit, der Augenblick entschwebt,
und den du nicht benutzt, den hast du nicht gelebt.
Und du auch stehst nie still, der gleiche bleibst du nimmer,
und wer nicht besser wird, ist schon geworden schlimmer.
Wer einen Tag der Welt nicht nutzt, hat ihr geschadet,
weil er versäumt, wozu ihn Gott mit Kraft begnadet.

(Friedrich Rückert, 1788-1866, deutscher Lyriker)

Wenn Liebe ein Duft ist, so ist die Blume, die ihn verströmt, die schönste der Schöpfung.

(Alfred de Musset, 1810-1857)

Alles fügt sich

Alles fügt sich
und erfüllt sich,
musst es nur erwarten können
und dem Werden deines Glückes
Jahr und Felder reichlich gönnen.
Bis du eines Tages jenen
reinen Duft von Körnern spürst
und dich aufmachst
und die Ernte
in die tiefen Speicher fährst.

(Christian Morgenstern 1871-1914, deutscher Dichter, Schriftsteller)

Nur Liebe überbrückt die Kluft, die zwischen Sein und Nichtsein droht, dass, wie gepflückter Blumen Duft, doch etwas überlebt den Tod.

(Friedrich von Bodenstedt, 1819-1892)

Liebliches Jahr, wie Harfen und Flöten

Liebliches Jahr, wie Harfen und Flöten,
Mit wehenden Lüften und Abendröten
Endest du deine Bahn!
Siehst mich am kühlen Waldsee stehen,
Wo an herbstlichen Uferhöhen
Zieht entlang ein stiller Schwan.

Still und einsam schwingt er die Flügel,
Taucht vergnügt in den feuchten Spiegel,
Hebt den Hals empor und lauscht,
Taucht zum andern Male nieder,
Richtet sich auf und lauschet wieder,
Wie's im klagenden Schilfe rauscht.

Und in seinem Tun und Lassen
Will's mich wie ein Traum erfassen,
Als ob's meine Seele wär,
Die verwundert über das Leben,
Über das Hin- und Widerschweben,
Lugt und lauschet hin und her.

Trink, o Seele, nur in vollen Zügen
Dieses heilig friedliche Genügen,
Einsam, einsam auf der stillen Flur!
Und hast du dich klar und tief empfunden,
Mögen ewig enden deine Stunden:
Ihr Mysterium feiert die Natur!

(Gottfried Keller 1819-1890, schweizer Dichter)

Es blitzt ein Tropfen Morgentau
im Strahl des Sonnenlichts;
ein Tag kann eine Perle sein
und ein Jahrhundert nichts.

(Gottfried Keller, 1819-1890)

Sonett

Wenn ich, von Gott und Menschen übersehn,
Mir wie ein Ausgestossener erscheine,
Und, da der Himmel nicht erhört mein Flehn,
Dem Schicksal fluche und mein Loos beweine:

Wünsch ich an Hoffnungen so reich zu sein
Wie Andre, vielbefreundet, hochgeboren -
In Kunst, in Freiheit Manchen gleich zu sein,
Unfroh bei dem was mir das Glück erkoren.

Zur Selbstverachtung treibt mich fast mein Sorgen,
Doch denk ich Dein, ist aller Gram besiegt -
Der Lerche gleich' ich dann, die früh am Morgen
Helljubelnd auf zum goldnen Himmel fliegt.

So macht Erinnerung an Dein Lieben reich,
Dass ich's nicht hingäb' um ein Königreich.

(William Shakespeare 1564-1616, englischer Lyriker)

Nur Liebe überbrückt die Kluft, die zwischen Sein und Nichtsein droht, dass, wie gepflückter Blumen Duft, doch etwas überlebt den Tod.

(Friedrich von Bodenstedt, 1819-1892)

Das Schlimmste

Das Schlimmste, was uns widerfährt,
das werden wir vom Tag gelehrt.
Wer in dem Gestern Heute sah,
dem geht das heut' nicht allzu nah,
und wer im heute sieht das Morgen,
der wird sich rühren, wird sich sorgen.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

Der Sonnen Geburtstag

Die Schieferdächer zottig und breit,
Noch wacht kein einzig Haus,
Zartklare Gegend und Einsamkeit,
Da jubelt ein Vöglein sich aus.

Die Sonne zu grüssen, so steigt es hinan
In reiner und reineres Blau,
Bis man es nicht mehr sehen kann,
Nun jubelt die Himmelsau.

Die Schieferdächer zottig und lang,
Schroff ragt ein Berg einher,
Die Mondsichel zart und morgenbang,
Da Wolkenfleisch, blühend und schwer.

Die Lerche hat die Sonne gesehn
Und sinkt nun wieder zu Tal,
Das hören die Morgenwinde und wehn,
Froh glühen die Wölklein zumal.

Kirschbäume stehn und richten sich aus
Und schauen stumm sich um,
Wie Kinder stehn mit Spruch und Strauss
So köstlich blöd und dumm.

Siehe, da blitzt es freudig erhellt,
Da hebt es sich und steigt,
Das liebeleuchtende Antlitz der Welt,
Und unsre Seele schweigt.

(Conrad Ferdinand Meyer 1825-1898, schweizer Dichter)

Halt' dein Rösslein

Halt' dein Rösslein nur im Zügel,
kommst ja doch nicht allzuweit,
hinter jedem neuen Hügel
dehnt sich die Unendlichkeit.
Nenne niemand dumm und säumig,
der das Nächste recht bedenkt.
Ach, die Welt ist so geräumig,
und der Kopf ist so beschränkt.

(Wilhelm Busch 1832-1908)

Als ich in Jugendtagen

Als ich in Jugendtagen
noch ohne Grübelei,
da meint ich mit Behagen,
mein Denken wäre frei.

Seitdem hab ich die Stirne
oft auf die Hand gestützt
und fand, dass im Gehirne
ein harter Knoten sitzt.

Mein Stolz, der wurde kleiner.
Ich merkte mit Verdruss:
Es kann doch unsereiner
nur denken, wie er muss.

(Wilhelm Busch 1832-1908, deutscher humoristischer Dichter)

Juni Nacht

Liebes Herz, nun gib dich drein;
linde, ach, und düfteschwer
zieht die Juninacht einher,
will durchaus empfunden sein.

Dulde und gedulde dich.
Trag die sommersüsse Last,
wie du viel getragen hast.
Denke, alles wandelt sich.

Wenn der Herbst im Lande ist,
spürst du minder, liebes Herz,
bis zum Frühlingskünder März,
minder, dass du einsam bist.

(Ilse von Stach 1897-1941, deutsche Schriftstellerin)

Ob auch die stolze Sonne meint

Ob auch die stolze Sonne meint,
Sie achte nicht der Blume Blühen,
Die wendet dennoch mit Erglühen
Das Haupt hin, wo die Sonne scheint
Und wenn sie schied, in stiller Nacht,
Grüsst sie sie noch mit leisen Düften
Und sagt es den verschwieg'nen Lüften:
Ihr dank' ich meiner Blüte Pracht!

Und wendest Du Dich auch von mir,
Stolz wie die Sonne von den Blüten,
So kannst Du es doch nicht verhüten,
Dass sich mein Wesen neigt zu Dir
Und daß ich tausend, tausend Mal
Den stillen Lüften es erzähle:
Die duft'ge Blüte meiner Seele
Verdank' ich Deinem Sonnenstrahl!

(Salomon Hermann von Rosenthal 1821-1877, deutscher Dichter)

Die kleine Gabe nimm freundlich hin

Die kleine Gabe nimm freundlich hin,
Die meine Hand dir sendet.
Es ist nicht viel, ich weiss es wohl,
Doch wird sie in LIebe gespendet.

Und ob auch and're mit Prunk und Pracht
Sich fürstliche Gaben weihen,
Die grosse, innige Liebe nur
Kann echten Wert verleihen.

(Hedwig Dransfeld 1871-1925, deutsche Dichterin)

Quelle: Buch der Wünsche, herausgegeben von Hedwig Dransfeld, Verlag von Reinhard Wilh. Thiemann, Hamm, um 1910.

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